Johanniskraut Tee

Johanniskraut Tee wird aus dem "Echten Johanniskraut" gewonnen. Er ist bekannt dafür sehr viele Heilwirkungen in sich zu vereinen, ist aber auch ein wohlschmeckender Begleiter in den kalten Wintermonaten. Johanniskraut Tee kann sowohl äußerlich als auch innerlich zur Anwendung gebracht werden und überrascht dabei häufig durch sein überaus schnelles therapeutisches Wirken.

Psychologische Wirkung

Johanniskraut Tee gegen Depressionen

Johanniskraut Tee ist wohl eines der wirkungsvollsten Naturheilmittel, wenn es darum geht schlechte Stimmung zu vertreiben. Diese Wirkung des Krautes ist bereits seit Jahrhunderten bekannt und seine Verwendung gegen Depressionen tief in der europäischen Naturheilkunde verwurzelt.

Depressionen sind in unserer modernen Gesellschaft ein immer häufiger auftretendes Problem. Hohe Arbeitsbelastung, ein hohes Stresslevel im Alltagsleben oder familiäre Belastung bringen immer mehr Menschen dazu, sich depressiv zu fühlen oder verursachen gar ein sogenanntes Burn-Out-Syndrom.

Viele greifen in solch einer Situation zu Stimmungsaufhellern, die oft starke Nebenwirkungen mit sich bringen. Johanniskraut Tee stellt eine wirksame und vor allem natürliche Alternative dar. Oft werden Depressionen durch einen Mangel an Vitamin D hervorgerufen. Johanniskraut hat den Effekt unsere Haut für Licht zu sensibilisieren und steigert somit die Vitamin D-Produktion. Das Kraut ist zusätzlich dazu in der Lage, unseren Hormonhaushalt auszugleichen und wirkt somit einem Mangel der Glückshormone Serotonin und Dopamin entgegen.

Johanniskraut Tee gegen Stress und Schlafstörungen

Ein weiterer wichtiger Effekt, den Johanniskraut Tee auf unsere Psyche hat, ist seine äußerst beruhigende Wirkung. Stress gilt heute in medizinischen Fachkreisen als eine der häufigsten Ursachen von vielen Krankheiten. Übermäßiger Stress belastet nicht nur unsere Psyche, sondern stellt auch unser Herz-Kreislaufsystem vor hohe Anforderungen und gilt als Auslöser vieler Herzkrankheiten.

Die organische Ursache für Stress liegt häufig in einem Ungleichgewicht des Hormonhaushaltes. Da Johanniskraut Tee sehr gut dazu in der Lage ist, dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, wirkt er auch ganz hervorragend gegen die psychischen Konsequenzen - den Stress.

Dieser Stress ist auch eine der häufigsten Ursachen von Schlafstörungen. Einer Untersuchung zufolge leiden 87 % aller Menschen mindestens einmal jährlich an Schlafstörungen. Dem kann mit Hilfe von Johanniskraut Tee wirksam entgegengetreten werden.

Johanniskraut Tee gegen Angst

Hier hat der Johanniskraut Tee gleich mehrere positive Effekte. Der Tee kann zwar nicht die Ursache für die Angst unschädlich machen, aber er wirkt ganz hervorragend gegen die Symptome, die die Angst in unserem Körper auslöst. Menschen leiden in einer Angstattacke an erhöhtem Blutdruck, starkem Schwitzen und einem hohen Bewegungsdrang. Johanniskraut Tee wirkt stark beruhigend, was der inneren Unruhe während einer Angstattacke entgegenwirkt. Er wirkt aber auch stark blutdrucksenkend, indem er die Wände unserer Blutgefäße dazu anregt, sich zu entspannen, wodurch automatisch der Blutdruck sinkt.

Körperliche Wirkung

Johanniskraut Tee gegen Migräne und Kopfschmerzen

Migräne oder Kopfschmerzen sind häufig die Ursache von zuviel Stress oder Depressionen, welche wiederum auf ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt zurückzuführen sind. Wie bereits erwähnt hilft das Kraut ganz vorzüglich gegen diese Probleme. Gegen Migräne und Kopfschmerzen kommt allerdings noch die stark ausgeprägte schmerzlindernde Wirkung von Johanniskraut hinzu, welche nicht nur die Ursachen, sondern auch die Schmerzen direkt bekämpft.

Johanniskraut Tee gegen Verdauungsprobleme

Ein Sammelbegriff für die große Anzahl an gesundheitlichen Problemen im Verdauungstrakt ist der sogenannte Reizdarm. Dieser äußert sich durch stechende Darmschmerzen, Verstopfung und Durchfall im Wechsel und Blähungen. Die im Johanniskraut Tee enthaltenen Tannine können bei diesen Beschwerden sehr schnell Abhilfe schaffen.

Tannine haben die Eigenschaft Fäulnis- und Gärprozesse zu unterbinden, wodurch sie direkt gegen die Entwicklung von Blähungen eingesetzt werden können. Zusammen mit den zahlreichen entzündungshemmend wirkenden Stoffen im Johanniskraut Tee können die Tannine auch einer Überreizung der Schleimhäute gut entgegenwirken.

Johanniskraut Tee zur Steigerung der Lipido

Einigen Berichten zufolge soll durch den Konsum von Johanniskraut Tee die männliche Libido gesteigert werden können. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten diesen Erfahrungswerten keine organische Ursache zugrundelegen. Es wird spekuliert dass Johanniskraut Tee durch seine bloße stimmungsaufhellende Wirkung auf unsere Psyche die Libido beeinflussen kann.

Johanniskraut Tee gegen Narben, Verbrennungen und Verletzungen

Die heilungsfördernde Wirkung von Johanniskraut ist sehr bekannt und seine Anwendung gegen Verbrennungen sehr weit verbreitet. Johanniskraut Tee kann aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung auch bei offenen und blutenden Wunden gut zum Einsatz gebracht werden. Der Tee verhindert nicht nur eine Infektion mit Bakterien, sondern er fördert auch den Stopp der Blutung. Wenn Johanniskraut Tee getrunken wird, sinkt automatisch der Blutdruck und somit tritt auch weniger Blut aus der Wunde aus.

Wird Johanniskraut Tee gegen Verbrennungen zum Einsatz gebracht, gibt es einiges zu beachten, denn einige Inhaltsstoffe des Krautes wirken phototoxisch. Das bedeutet, dass diese Wirkstoffe in Kombination mit Sonnenlicht eine chemische Reaktion durchlaufen und so Giftstoffe entstehen können, die für unseren Organismus schädlich sind. Wenn sie den Tee also auf ihre Haut aufbringen, müssen sie unbedingt darauf achten, die betroffenen Hautstellen für 24 Stunden keinem Sonnenlicht auszusetzen.

Beim Einsatz von Johanniskraut Tee gegen Narben wirkt der durchblutungsfördernde Effekt des Krautes. Durch das Aufbringen des Tees auf die Narbe werden die unteren Hautschichten verstärkt durchblutet, was die Zellteilung der Haut anregt. Dadurch kann der Körper das Narbengewebe schneller durch neue Hautzellen ersetzen.

Johanniskraut Tee gegen Akne

Akne ist besonders für junge Menschen ein großes ästhetisches Problem. Besonders stark ausgeprägte Akne behindert Jugendliche oft in ihrer sozialen Entwicklung. Johanniskraut Tee wirkt gleich auf mehrere Arten gegen dieses unschöne Hautproblem. Durch die antibakterielle Wirkung verhindert der Tee eine Infektion der Pickels mit Bakterien und der entzündungshemmende Effekt sorgt für ein schnelleres Abheilen der entzündeten Talgdrüsen.

Johanniskraut Tee in der Schwangerschaft und Stillzeit

Johanniskraut Tee gilt zwar als sehr nebenwirkungsarm, allerdings sollte man in der Schwangerschaft oder der Stillzeit besondere Vorsicht walten lassen. Die Eigenschaft des Krautes, unseren Hormonhaushalt zu beeinflussen, macht den Tee zu einer sehr sensiblen Angelegenheit. Sie sollten den Tee deshalb nur in Absprache mit ihrem Hausarzt zu sich nehmen, um möglichen Komplikationen aus dem Weg zu gehen. Besonders vorsichtig sollten sie sein, wenn sie in dieser Lebensphase noch andere Medikamente einnehmen.

Nebenwirkungen von Johanniskraut Tee

Johanniskraut ist eines der bestuntersuchten Naturheilmittel schlechthin und Johanniskraut Tee gilt als sehr nebenwirkungsarm. Nebenwirkungen können allenfalls vereinzelt bei einer Hypersensibilität auftreten. Solche Nebenwirkungen des Johanniskraut Tees sind in der Regel harmlos. Allerdings kann der Tee mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten und somit deren Wirkung beeinflussen bzw. zu Kreuzwirkungen führen. So sollte auf Johanniskraut Tee verzichtet werden, wenn sie Immunsuppressiva, Asthmapräparate, Herzmedikamente, Antidepressiva oder Insulin einnehmen. Die Wechselwirkungen mit solchen Medikamenten können sehr individuell sein. Es ist generell anzuraten, die Meinung ihres Hausarztes einzuholen, bevor sie den Tee zusammen mit irgendwelchen Medikamenten einnehmen.

Anwendung und Dosierung von Johanniskraut Tee

Äußerliche Anwendung

Äußerlich wird Johanniskraut Tee vor allem zur Behandlung von Verbrennungen eingesetzt. Es gibt mehrere Methoden, um den Tee hier therapeutisch einzusetzen. Sie können zum Beispiel einen Wickel mit kaltem Johanniskraut Tee auf verbrannte Hautstellen legen oder den Tee in hoher Konzentration ihrem Badewasser beimengen. Allerdings eignet sich ein Bad in Johanniskraut Tee eher schlecht, um Verbrennungen zu behandeln, da dafür sehr warmes Badewasser von Nöten wäre und dies die Verbrennung nur fördern würde.

Innere Anwendung

Für die innere Anwendung empfiehlt es sich den Johanniskraut Tee 3 mal über den ganzen Tag verteilt einzunehmen. Die Dosierung können sie dabei ihrem Empfinden anpassen, da eine Überdosierung mit Johanniskraut Tee nicht wirklich zu befürchten ist. Eine Dosierempfehlung lautet ca. 3 g Johanniskraut Tee pro Tasse, das entspricht ungefähr einem Teelöffel. Bis die Wirkung des Tees eintritt kann etwas Zeit vergehen, da sich die Wirkstoffe erst in unserem Körper anreichern müssen. Man geht normalerweise von einem Wirkungseintritt nach 2 Wochen aus. Dies kann jedoch sehr individuell sein und hängt auch damit zusammen, wie lange das zu behandelnde Leiden bereits existiert.

Wie lange die Wirkung von Johanniskraut Tee anhält, lässt sich nicht einfach sagen. Dies ist von den Lebensgewohnheiten des Patienten und seinem Organismus abhängig. Ein Mensch, der zum Beispiel sehr viel Wasser trinkt und viel Sport treibt, wird die Wirkstoffe schneller aus seinem Körper ausscheiden, als ein Mensch der wenig Wasser trinkt und keinen Sport betreibt.

Inhaltsstoffe im Johanniskraut Tee

Die wichtigsten biologisch aktiven Inhaltsstoffe im Johanniskraut Tee sind:

  • Flavonoide
  • Phloroglucinderivate
  • Xanthone
  • Ätherisches Öl
  • Oligomere Procyanide
  • Anthranoide
  • Hypericin
  • Hyperforin

Herstellung von

Botanik

Das echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine Pflanze aus der Gruppe der Hartheugewächse. Die kleine Blume erreicht Wuchshöhen von bis zu 100 cm und bevorzugt sonnenreiche Standplätze.

Das Kraut wächst auf harten und nährstoffarmen Böden, wo es sich mit relativ wenig Wasser begnügt. Kennzeichnend für das echte Johanniskraut sind seine extrem tiefen Wurzeln. Diese bildet die Pflanze aus, um auch in höheren Lagen den Witterungsbedingungen standhalten zu können.

Die Blütenfarbe des Johanniskraut ist klassisch gelb, wobei man bei genauem Betrachten schwarze Punkte auf den Blütenblättern erkennen kann.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Pflanze reichte früher von Westasien bis nach Europa. Heute ist das Kraut aufgrund menschlicher Kultivierung jedoch weltweit verbreitet und sogar in Australien zu finden.

Johanniskraut gilt als sogenannte Pionierpflanze, was auf seine extreme Genügsamkeit zurückzuführen ist. Als Pionierpflanzen werden Pflanzen bezeichnet, die auf ökologisch belasteten Böden als erstes anzutreffen sind und diese für andere Pflanzen durch Nährstoffabgabe und Bodenstabilisierung vorbereiten.

Anbau von Johanniskraut

Wegen seiner Verwendung als Heilpflanze wird das Johanniskraut auch großflächig auf Feldern angepflanzt, wobei es in der sonstigen Landwirtschaft aber als Unkraut eingestuft wird. Beim Anbau von Johanniskraut bereiten diverse Pilzerkrankungen, wie zum Beispiel die Rotwelke, große Probleme, da die Pflanze sehr anfällig ist. Die Vermehrung des Johanniskrauts wird meistens über Samen durchgeführt, wobei auch eine Vermehrung mit bereits gezüchteten Stecklingen möglich ist. Die Aussaat der Samen erfolgt entweder im Frühjahr oder im Herbst.

Generell werden die Felder nicht gedüngt, da ein hoher Stickstoffgehalt im Boden zwar das Wachstum fördert, jedoch auch gleichzeitig den Wirkstoffgehalt senkt. Die Kultur von Johanniskraut erfolgt über einen Zeitraum von 2-3 Jahren, abhängig von der Bodenbeschaffenheit.

Auch daheim können sie Johanniskraut züchten. Die Bedingungen dafür sind die gleichen wie auch auf natürlichen Feldern. Das einzige was sie dabei jedoch beachten sollten ist, dass der Boden in dem sie das Kraut züchten, nicht zu sauer ist.

Interessantes zum Johanniskraut Tee

Der Name Johanniskraut rührt von Johannes dem Täufer her. Da die Blütezeit rund um den Johannistag, also den 24 Juni liegt und das Kraut der Legende zufolge genau an der Stelle zu sprießen begann, wo Johannes geköpft wurde. Eine weitere Legende besagt, dass der Teufel aus Furcht vor der heilsamen Wirkung der Pflanze deren Blätter durchlöcherte. Dies versucht wohl die schwarzen Punkte auf den Blütenblättern zu erklären.

Andere Begriffe für Johanniskraut sind: Hexenkraut, Teufelsfluch oder Sonnwendkraut. Alle diese Namen deuten darauf hin, dass das Kraut bereits im Mittelalter weit verbreitet war und den Gelehrten der Naturheilkunde seine Anwendungen bekannt waren.

Bereits Karl der Große zählte das Johanniskraut in seiner Reichsverordnung zu den "70 wichtigen Heilpflanzen" und stellte deren unerlaubtes Sammeln unter Strafe. Für den berühmten arabischen Arzt Paracelsus war das Johanniskraut ein Allheilmittel.

Systematische Forschung über die aktiven Inhaltsstoffe im Kraut wurden erstmals zwischen 1939 und 1954 vom Münchner Neurologen Hans Daniel durchgeführt.