Eisenkraut Tee

Eisenkraut Tee wird aus dem Kraut der gleichnamigen Pflanze (Verbena officinalis) hergestellt. Der Tee ist bereits seit dem Altertum als wirkungsvolles Mittel bei schmerzenden Wehen bekannt. Hebammen verwendeten Eisenkraut Tee um den Geburtsvorgang zu erleichtern. Eisenkraut hat auch kulturell immer eine zentrale Rolle gespielt. So sind zeremonielle Anwendungen des Krautes von den Indogermanen, über die alten Griechen bis hin zu den Römern bekannt.

Wirkung

Eisenkraut Tee in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte der Konsum von Eisenkraut Tee vermieden werden. Grund dafür ist, dass Eisenkraut Tee wehenfördernd wirkt. Der Tee wird in der Volksmedizin verwendet, um den Geburtsvorgang zu erleichtern. Wenn Eisenkraut Tee allerdings während der Schwangerschaft eingenommen wird, riskiert man, dass durch den Tee eine Frühgeburt eingeleitet wird. Während des Geburtsvorganges wirkt der Tee gleich auf verschiedene Arten positiv. Eisenkraut Tee wirkt entkrampfend, schmerzlindernd und beruhigend in einem. Alle diese Effekte kombiniert, machen den Tee zu einem idealen Mittel um die Geburt sanft zu begleiten.

Eisenkraut Tee gegen schmerzhafte Wehen

Eisenkraut Tee ist bereits seit Jahrhunderten ein sehr beliebtes Mittel, um den schmerzhaften Wehen entgegenzuwirken. Der entkrampfende und schmerzlindernde Effekt des Tees wirkt den schmerzhaften Krämpfen der Wehen direkt entgegen. Die wehenfördernde Wirkung von Eisenkraut Tee ist dafür verantwortlich, dass die Wehen schneller einsetzen und nicht so lange andauern. Frauen, die viel Eisenkraut Tee trinken, um den Geburtsvorgang einzuleiten, leiden an einer sehr viel kürzeren Wehenphase, als Frauen die den Tee nicht eingenommen haben.

Eisenkraut Tee in der Stillzeit

Auch während der Stillzeit hat Eisenkraut Tee einige ganz hervorragende Auswirkungen. Seine krampflösende Wirkung hilft schmerzhaften Spannungen in der Brust entgegenzuwirken. Auch die schmerzstillenden Effekte sind diesbezüglich hilfreich. Eisenkraut Tee wirkt auch förderlich auf den Milchfluss. Diese Eigenschaft hilft insbesondere Frauen, die unter Milchstau leiden. Der Vorteil von Eisenkraut Tee ist, dass es ein rein natürliches Mittel ist und somit auf die Einnahme von Medikamenten, die unter Umständen Spuren in der Muttermilch hinterlassen, verzichtet werden kann.

Nebenwirkungen von Eisenkraut Tee

Nebenwirkungen von Eisenkraut sind auch bei sehr hohen Dosierungen nicht bekannt. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind der Wissenschaft bis heute unbekannt. Sie sollten den Tee lediglich nicht konsumieren, wenn sie schwanger sind. Wenn sie den Tee trinken wollen, um den Geburtsvorgang zu erleichtern, dann sollten sie dies lediglich unter ärztlicher Begleitung tun.

Anwendung und Dosierung von Eisenkraut Tee

Wenn sie Eisenkraut Tee zubereiten wollen, genügen 2-3 g des getrockneten Krautes. Dies entspricht etwa einem Teelöffel voll. Sie können sowohl morgens als auch abends eine Tasse davon trinken. Die Ziehzeit für Eisenkraut Tee sollte mindestens 5 Minuten betragen. Je länger sie den Tee ziehen lassen, desto intensiver wird er im Geschmack und seiner therapeutischen Wirkung.

Alternative Verwendung

Körperpflege

Schafgarbentee wird häufig in der Sauna zur reinigung der Haut verwendet. Dafür gießt man entweder den bereits zubereiteten Tee direkt auf die heißen Steine, oder man reibt sich den Tee direkt auf die Schwitzende Haut. Durch die große Hitze in der Sauna können die Wirkstoffe hervorragend in die Haut eindringen.

Essen & Kochen

Die frischen Triebe und Blätter der Schafgarbe können auch zu Salaten hinzugefügt werden. Sie verleihen dem Salat einen leicht bitteren Beigeschmack.

Inhaltsstoffe im Eisenkraut Tee

Die wichtigsten biologisch aktiven Wirkstoffe im Eisenkraut Tee sind:

  • Verbascosid (auch unter dem Namen Acteosid bekannt) hat eine antibakterielle, antioxidative und blutdrucksenkende Wirkung.
  • Iridoide ist ein sekundärer Pflanzenstoff. Er wird von Pflanzen zur Abwehr von Fressfeinden gebildet und wirkt in sehr hohen Dosierungen toxisch.
  • Aucubin wirkt sehr stark antibiotisch. Pflanzensaft mit einem hohen Aucubin Gehalt schimmelt nicht. Es wirkt außerdem stark entzündungshemmend und reizmildernd.

Daneben befinden sich im Tee noch Schleimstoffe, Mineralstoffe und einige Vitamine.

Botanik

Eisenkraut ist weltweit von den gemäßigten Klimazonen bis in die Tropen verbreitet. Es gedeiht als einjährige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 75 cm erreichen kann und gilt in gewissen Gebieten auch als sogenannte invasive Pflanze. Das bedeutet, dass sie dort eigentlich nicht heimisch ist, aber durch den Menschen eingeschleppt wurde. Solche Pflanzen stellen für die eigentlich heimische Vegetation sehr oft ein Problem dar, da sie heimische Pflanzenarten verdrängen. Eisenkraut schätzt sonnige und von der Witterung geschützte Standorte mit einem nährstoffarmen und sandigen Boden. Es gilt auch als sogenannter Kulturfolger. Das bedeutet, dass es gezielt an menschlichen Siedlungen wächst. Dieses Phänomen kann seit der Jungsteinzeit beobachtet werden. Bei Ausgrabungen stößt man in der Nähe von alten menschlichen Siedlungen oft auch auf Überreste von Eisenkraut.

Kultivierung

Für den Anbau von Eisenkraut wird häufig der Boden vorher mit sehr viel Sand gemischt, da die Pflanze einen Boden mit sehr hoher Durchlässigkeit benötigt. Die optimale Aussaatzeit für Eisenkraut liegt zwischen Ende Februar und Anfang April. Zu beachten ist dabei, dass Eisenkraut nicht winterhart ist und ein leichter Frost die Aussaat somit schnell zerstören kann. Bei einer idealen Keimtemperatur von 20 Grad haben die Samen eine Keimdauer von ca. 3 Wochen. Eisenkraut gilt als sehr anfällig für Schädlinge. Besonders auf Mehltau, Schnecken, und Blattläuse reagiert die Pflanze sehr sensibel. Der ideale Erntezeitpunkt liegt beim Eisenkraut ungefähr 3 Monate nach der Aussaat der Samen.

Interessantes zu Eisenkraut Tee

Eisenkraut hat nicht nur medizinische Wirkung, sondern es wird auch für die verschiedensten kultischen Handlungen eingesetzt. Dem Kraut wurde dabei stets eine spirituell reinigende Wirkung nachgesagt. Indogermanischen Stämme verwendeten Eisenkraut dazu, um Ältere und zeremoniell wichtige Orte zu reinigen. Seinen Namen verdankt das Eisenkraut der zeremoniellen Ernte, der es unterlag. Im Mittelalter war es Brauch, die Pflanze mit einem Kreis aus Eisen zu umgeben und sie anschließend innerhalb dieses Kreises abzuschneiden. Dieses Zeremoniell sollte bedeuten, dass die Pflanze bei der Ernte frei von bösen Einflüssen von außen ist. Eisen galt in der damaligen Zeit als Barriere für das Böse.