Brennesseltee

Brennesseltee wird aus den Blättern und dem Kraut der gleichnamigen Pflanze gewonnen. Die Brennessel ist bereits seit dem Altertum eine der wichtigsten Heilpflanzen der heimischen Naturheilkunde. Richtig behandelt wird die normalerweise brennende Pflanze zu einem unverzichtbaren Element einer jeden Hausapotheke.

Die Wirkung

Brennesseltee zum Abnehmen

Übergewicht ist nicht immer die Folge von zu viel Fett auf den Rippen, sondern wird sehr oft durch unerwünschte Wassereinlagerungen in unserem Körper verursacht. Zum Abnehmen hilft uns Brennesseltee gleich auf verschiedene Arten. Den wohl wichtigsten Effekt, den der Tee auf unseren Körper hat, ist seine entwässernde Wirkung. Dadurch werden überschüssige Wassereinlagerungen aus unserem Körper entfernt wodurch auch automatisch das Körpergewicht sinkt.

Brennesseltee wirkt aber auch blutreinigend. Das unterstützt unseren Körper darin Giftstoffe und überschüssiges Blutfett auszuleiten. Somit wirkt Brennesseltee auch indirekt förderlich auf die Fettverbrennung.

Brennesseltee für die Haare

Brennesseltee lässt sich hervorragend dazu benutzen um Haarausfall vorzubeugen und ist deshalb auch vielen Shampoos beigemengt. Der Tee wirkt stark durchblutungsfördernd. Auf unsere Kopfhaut aufgetragen bewirkt dieser Effekt eine stärkere Durchblutung der Kopfhaut und somit auch eine bessere Nährstoffversorgung für die Haarfollikel. Diese werden somit gestärkt und das Haar neigt nicht so schnell dazu auszufallen. Aber auch auf den Rest unseres Haares hat der Tee eine überaus stärkende Wirkung.

Brennesseltee zum Entwässern und Entgiften

Von allen Heilkräutern ist mit Sicherheit die Brennessel jene mit der ausgeprägtesten entwässernden Wirkung. Brennesseltee wird schon seit dem Altertum dazu verwendet, um überschüssiges Wasser aus unserem Körper zu entfernen. Dies hat den durchaus positiven Nebeneffekt dass auch Giftstoffe vermehrt aus unserem Körper ausgeleitet werden.

Wenn man Brennesseltee dazu benutzt, um seinen Körper zu entgiften, ist es wichtig darauf zu achten, dass man neben dem Tee noch genug trinkt. Die entwässernde Wirkung von Brennesseltee ist so stark, dass es ansonsten zu einer Dehydrierung unseres Körpers kommen könnte.

Brennesseltee während der Schwangerschaft und der Stillzeit

Der Konsum von Brennesseltee in der Schwangerschaft oder während der Stillzeit ist nicht unproblematisch. Die Ursache dafür ist wiederum die starke entwässernde Wirkung der Pflanze. Da die Mutter während der Schwangerschaft ihr komplettes Immunsystem mit dem Ungeborenen teilt, gilt die Wirkung des Tees indirekt auch für das Kind. Mediziner befürchten durch den entwässernden Effekt eine Unterversorgung des Kindes mit Nährstoffen.

Sie sollten vor dem Konsum von Brennesseltee in der Schwangerschaft in jedem Fall Rücksprache mit ihrem Hausarzt halten, um kein Risiko einzugehen.

Brennesseltee gegen Akne

Gegen Akne wirkt Brennesseltee ganz hervorragend. Äußerlich aufgetragen hilft der antibakterielle Effekt des Tees Pickel vor Infektionen zu schützen und gleichzeitig reinigt Brennesseltee die verstopfte Talgdrüse. Diese beiden Effekte sind auch der Grund dafür, dass die Wirkstoffe der Brennessel in vielen Lotionen verarbeitet werden, die gegen Akne wirken sollen.

Brennesseltee gegen Blasenentzündung

Brennesseltee wirkt wie geschaffen, um gegen Blasen- und Harnwegsentzündungen zum Einsatz gebracht zu werden. Der entzündungshemmende Effekt des Tees und seine entwässernde Wirkung helfen hier in Kombination. Durch das vermehrte Wasserlassen, das der Brennesseltee bewirkt, kommen die entzündungshemmenden Wirkstoffe viel schneller und effektiver an die entzündete Körperstelle und können somit auch schneller ihre Wirkung entfalten.

Brennesseltee gegen Rheuma und Arthritis

Unter Rheuma versteht man eine sehr schmerzhafte Erkrankung der Gelenke, die schwere Entzündungen mit sich bringt. Vor allem ältere Menschen leiden unter dieser unheilbaren Krankheit. Auch Brennesseltee kann Rheuma nicht heilen, allerdings wirkt er sehr gut gegen die Schmerzhaften Entzündungen in den Gelenken. Patienten welche Brenneseltee verwendet haben, berichten bereits nach kurzer Einnahme von einer deutlichen Steigerung ihres Wohlempfindens.

In einer Studie (1) wurden Menschen, die an sogenannter Osteoarthritis leiden mit Brennesseltee behandelt. Die Patienten setzten die Wirkung der Heilpflanze der von schweren Schmerzmitteln gleich, ohne jedoch deren starke Nebenwirkungen zu spüren. Brennesseltee kann zwar nicht die Einnahme regulärer Medikamente ersetzen, er kann jedoch unterstützend eingesetzt werden.

Brennesseltee für Hunde und Pferde

Brennesseltee ist nicht nur für die menschliche Gesundheit förderlich, sondern auch unsere vierbeinigen Freunde können von der Heilwirkung der Pflanze profitieren. Die Wirkung auf den Organismus von Hunden oder Pferden entspricht dabei genau jener, die die Brennessel auch auf uns Menschen hat. Sie müssen bei der Dosierung lediglich das Körpergewicht des Tieres beachten. Am besten sie halten Rücksprache mit ihrem Tierarzt.

Brennesseltee zur Senkung des Blutdrucks

Die Inhaltsstoffe im Brennesseltee sind sehr gut dazu in der Lage unseren Blutdruck zu senken. Sie bewirken eine Entspannung unserer Gefäßwände, wodurch der Blutdruck automatisch sinkt. Für Menschen die an zu hohem Blutdruck leiden ist Brennesseltee ein wahrer Segen, da er viel weniger Nebenwirkungen hat, als herkömmliche Medikamente mit dem gleichen Effekt. Der Tee kann dabei zwar sicherlich nicht die Einnahme dieser ersetzen, aber er wirkt unterstützend und so kann die Dosis der Medikamente unter Umständen reduziert werden. Dieser Effekt der Brennessel konnte in einer Untersuchung (2) eindrucksvoll belegt werden.

Nebenwirkungen von Brennesseltee

Schwere Nebenwirkungen aufgrund des Konsums von Brennesseltee sind bis heute nicht wissenschaftlich dokumentiert worden. Es kann in Einzelfällen bei einer Überempfindlichkeit des Patienten zu einer Reizung des Magen-Darm-Traktes kommen, was wiederum Übelkeit und Durchfall nach sich ziehen kann.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind ebenfalls nicht bekannt. Allerdings vermuten Wissenschaftler, dass der entwässernde Effekt von Brennesseltee die Verbleibdauer von Medikamenten in unserem Körper und somit auch ihre Wirkung mindern könnte. Belege für diese Theorie liegen zwar nicht vor, sie sollten bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente allerdings vorher ihren Arzt konsultieren.

Zubereitung von Brennesseltee

Brennesseltee können sie in getrockneter Form überall kaufen. Für die Zubereitung geben sie einfach 3 g getrockneten Brennesseltee zu heißem Wasser und lassen den Tee für ca. 5 Minuten ziehen. Je länger sie ihn ziehen lassen, desto stärker wird er im Geschmack und seiner therapeutischen Wirkung.

Sie können Brennesseltee aber auch aus frischen Brennesseln kochen, da das Gift durch die Hitze zerstört wird. Sie müssen die Pflanze lediglich richtig vorbereiten. Auf den Blättern der Brennessel befinden sich kleine brennende Nesselhaare in denen sich das Gift befindet. Bei der Ernte der Pflanze ist es daher notwendig, Handschuhe zu tragen. Geben sie die frisch geernteten Brennesseln zwischen 2 Geschirrtücher, und walgen sie diese dann mit einem Nudelholz kräftig aus. Dadurch werden die Brennhaare unschädlich gemacht und sie können die Brennesseln.

Anwendung und Dosierung von Brennesseltee

Wenn sie den Brennesseltee zur therapeutischen Verwendung einnehmen wollen, empfiehlt es sich 3 mal täglich eine Tasse zu trinken. Um die Wirkstoffe besser aufnehmen zu können, sollten sie den Tee stets auf nüchternen Magen trinken. Für die äußere Anwendung können entweder heiße Wickel gemacht werden oder sie geben den Tee einfach zu ihrem Badewasser hinzu. Ein Bad in Brennesseltee bringt den Vorteil mit sich, dass die Wirkstoffe durch die Hitze des Badewassers besser in die Haut eindringen können, ein heißer Wickel kühlt schneller aus. Allerdings ist die Wirkstoffkonzentration im Bad wesentlich geringer, als wenn sie einen heißen Wickel auflegen. Ein heißer Wickel bringt den Vorteil dass die Wirkstoffkonzentration viel höher ist und sie ihn nach dem Abkühlen immer wieder austauschen können.

Inhaltsstoffe im Brennesseltee

Die wichtigsten biologisch aktiven Wirkstoffe im Brennesseltee sind:

  • Caffeoyl
  • Eisen
  • Phosphor
  • Kalium
  • Flavonoide
  • Linolsäure
  • Kieselsäure
  • Magnesium
  • Vitamin A und C
  • Folsäure
  • Schleimstoffe

Herstellung von

Botanik

Die Brennessel ist eine Pflanze aus der Gruppe der Urticaceae und mit über 400 verschiedenen Arten weltweit vertreten. Für die Herstellung von Brennesseltee wird meistens die sogenannte ‘Große Brennessel’ verwendet.

Diese kann Wuchshöhen von bis zu 3 m erreichen und ist in ganz Europa, Nordamerika und auch Teilen Asiens verbreitet. Kennzeichnend für die Brennessel ist, dass ihre Blätter und Stängel mit brennenden Härchen übersät sind. Die Pflanze bildet diese als Schutz vor Fressfeinden aus. Die Brennwirkung ist je nach Brennesselart unterschiedlich stark ausgeprägt. Je kleiner die Art, desto stärker ist auch ihre Brennwirkung.

Interessantes zum Thema Brennesseltee

Die Brennessel ist bereits seit Jahrhunderten tief in unserer Kultur verwurzelt. Dadurch sind im Laufe der Zeit viele Bräuche entstanden, die mit der Pflanze in Verbindung stehen. So war es früher Brauch am Gründonnerstag Brennesselspinat zu essen. Da dies als Gericht armer Leute galt, sollte durch deren Konsum ein Schutz vor Armut erzielt werden. Am Johannistag sollte man Brennesselpfannkuchen essen, um sich vor Elfenzauber zu bewahren. Der Genuss von Brennesselkuchen am 1. Januar sollte das ganze Jahr über für Glück sorgen.

QUELLEN

1 http://www.umm.edu/health/medical/altmed/herb/stinging-nettle

2 http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874102000557